Ulrich Wiegel, Porträt, SPD Stade

Ulrich Wiegel

Bild: Ulrich Wiegel

Aufgewachsen bin ich im Hamburger Westen; in einer der ersten Trabantenstädte wie es damals hieß: dem Osdorfer Born. Nur wenige Kilometer nördlich der Elbvororte zwischen Flottbek und Blankenese. Schon als Jugendlichem wurden mir auch dadurch die Gegensätze innerhalb einer Gesellschaft bewusst: sozial, wirtschaftlich, kulturell, städtebaulich.

Dort großzügige und gepflegte Grünanlagen, prächtige Villen hinter hohen Hecken, schmucke Einfamilienhäuser hinter spitzen Zäunen – ein bürgerliches Idyll für wenige. Demgegenüber die rasch hochgezogenen Plattenbauten, verwahrloste Spielplätze, gefährlich anmutende Wege im Dunkeln, latente Gewaltbereitschaft – eine Unterbringung für viele.

Oft bin ich die wenigen Kilometer zum Elbstrand mit dem Bonanza-Rad gefahren. Die Elbe war für mich der Inbegriff eines Flusses, eines Stromes mit Anschluss an die weite Welt. Ich habe sogar in der Elbe gebadet. Dass man davon abgeraten hat, wusste ich damals nicht. Ich hatte mich lediglich über die Ölflecken auf der Haut gewundert, wenn ich aus dem Wasser stieg.

Wahrscheinlich hatte sich in dieser Zeit ein politisches Bewusstsein entwickelt, ohne dass es mir selbst bewusst wurde. Mobilität und Verkehr fand mein Interesse. Ich weiß bis heute, wie stolz ich war, meine erste Busfahrkarte von Selbsterspartem zu kaufen. 30 Pfennige in einer Streichholzschachtel leerte ich dem Busfahrer in die Münzschale. Erfreut war er nicht darüber.

in den späten 70er Jahren las ich in einem Buch vom Wahnsinn des Straßenverkehrs. Es hieß „Technologie und Politik. Verkehr in der Sackgasse. Kritik und Alternativen.“ – Schon damals – vor mehr als 40 Jahren (!) – wurde der immense Flächenverbrauch für den Individualverkehr diskutiert. Getan hat sich seitdem nichts.

Nach dem Studium der Umwelttechnik in Bergedorf, landete ich in der Wasseranalytik (vielleicht erinnerte ich mich an die Ölflecken nach dem Bad in der Elbe). Und nun lebe ich schon 20 Jahre in Stade – und tue es gern.

Vor etwa 10 Jahren habe ich an einem Wahlkampfstand mit der damaligen Bürgermeisterkandidatin Silvia Nieber gesprochen. Sie weckte mein Interesse an kommunalpolitischer Betätigung. Da mich weiterhin das Thema Verkehr und Stadtgestaltung interessiert, engagiere ich mich seitdem für die Verbesserung der Verkehrssituation in der Hansestadt – für Rad Fahrende, zu Fuß Gehende und ÖPNV-Nutzer*innen.

Ich engagiere mich in der SPD, weil ich der tiefen Überzeugung bin, dass unser Land und unsere Gemeinschaft eine integrative politische Kraft benötigt, welche frei von Ideologie alle Bevölkerungsteile gleichermaßen mitnimmt im demokratischen Entscheidungsprozess. Das Schlüsselwort hierfür heißt Solidarität. Solidarität der Stärkeren, Solidarität den Schwächeren.