Portrait von Elena Brückner, Februar 2021

Elena Brückner

Bild: Privat

Ich bin in Stade geboren und in Wiepenkathen und später Oldendorf Siedlung aufgewachsen. Stade war, egal ob ich gerade meine Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin in Lüneburg bzw. Buchholz in der Nordheide gemacht habe oder in Hamburg Biologie studiert habe, mein Lebensmittelpunkt. Es zog mich immer wieder zurück, denn hier wohnen meine Familie, meine Freunde und vor allem bin ich hier jahrelang meiner großen Passion Handball beim VfL Stade nachgegangen. Mittlerweile lebe ich seit 2010 wieder in Stade und arbeite als Biologin bei einem Stader Unternehmen.

Engagiert war ich die meiste Zeit meines Lebens, sei es als Sprecherin der Schüler:innenschaft am Vincent-Lübeck-Gymnasium oder auch im Sportverein. Ich habe mich nie gescheut meine Meinung nach außen zu tragen, aber politisch engagiert habe ich mich eher nicht. Erst durch einen Urlaub 2018 wurde mir klar, wieviel mehr Rechte ich als Frau in Deutschland habe, ohne etwas aktiv dafür machen zu müssen. Tief beeindruckt hat mich der Mut der Frauen vor Ort, wie sie für Gleichberechtigung gekämpft haben und immernoch tun.

Ein erster Schritt war gemacht, indem ich mich mit meinen Privilegien auseinandergesetzt und festgestellt habe, dass es mir sehr gut geht, dass die Gleichberechtigung aller Menschen aber auch noch in Deutschland lange nicht da ist, wo sie sein könnte und auch müsste. Als 2018 die “Fridays for future”-Demonstration aufkamen und 2020 für “Black lives matter” auf die Straße gegangen wurde, hat mich das aufgerüttelt. Wenn junge Menschen für etwas, das sie bewegt öffentlich einstehen und so Themen in den gesellschaftlichen Fokus rücken, warum werde ich nicht aktiver und nachdrücklicher bei den Dingen, die mich beschäftigen?

2020 bin ich dann folgerichtig in die SPD eingetreten, denn Demokratie geht meiner Meinung nach nicht nur mit Annehmlichkeiten einher, sondern auch mit Pflichten. Eine Demokratie will gepflegt, aber auch beschützt werden. Wir Bürger:innen haben die Pflicht laut zu werden und gemeinsam aufzustehen, wenn der Druck von rechts immer größer wird und Ungerechtigkeiten passieren. Es reicht nicht mehr nur aus, zuzuschauen und abzuwarten, was passiert!

Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel. Wir sollten diese Situation als große Chance begreifen um Verbesserungen voranzutreiben. Wandel passiert dabei nicht in riesengroßen Schritten, sondern es ist ein kontinuierlicher Prozess mit kleinen Veränderungen. Kein Sprint sondern ein Marathon, den wir bei uns in der Hansestadt Stade starten können.

Lasst uns gemeinsam ein Bollwerk gegen Rechts sein, Diversität fördern und denjenigen Gehör verschaffen, die nicht gesehen werden!

Diskutiert mit mir auf Facebook: Elena Brückner | Facebook