300 fehlende Kita-Plätze und was nun?

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Die Stader CDU hat auf die Kritik von Seiten der SPD reagiert und verweist auf ihre Bemühungen der Wahlperiode 2011-2016, einen Kita-Neubau in Schölisch umzusetzen. Dieser sei damals am Widerstand von SPD und Grünen gescheitert. Das stimmt, doch hier macht es sich die CDU etwas einfach.

Streitpunkt Kita in Schölisch

Tatsächlich wurde seinerzeit von der CDU ein Neubau der maroden Kita gefordert. Fakt ist aber auch, dass diese damals nur zu 50 % belegt war, während es noch über ganz Stade verteilt freie Plätze gab.  Insofern erschloss sich den Fraktionen von SPD und Grünen damals die Notwendigkeit für einen Neubau im Wert von mehreren Millionen Euro nicht. Dementsprechend wurde dem Antrag nicht stattgegeben. Um dennoch ein Angebot in Schölisch vorhalten zu können, wurde stattdessen die Renovierung der alten Kita beschlossen. Mit Blick auf den Bauzustand und eine gestiegene Nachfrage an Kita-Plätzen wurde am Ende doch noch ein Neubau in Angriff genommen. Ein sofortiger Baubeginn war jedoch nicht möglich wegen der umfassenden Straßenbaumaßnahmen in Schölisch. Insofern stimmt es, dass die Schölischer Kita bereits hätte fertig sein können – angesichts der eher überschaubar höheren Kapazitäten der neuen Einrichtung, ist es aber schlicht unseriös zu behaupten, dass dies spürbare Auswirkungen auf die aktuelle Situation gehabt hätte.

Kita-Bilanz der Amtszeit Nieber

Gleichzeitig gab es in Stade nie zuvor mehr neu geschaffene Kinderbetreuungsplätze als in der achtjährigen Amtszeit von Silvia Nieber (SPD). Die Johannis-Kita im Kopenkamp wurde erneuert und erweitert, es kam eine neue Kita auf der Koppel hinzu, im Altländer Viertel wurde eine Container-Zwischenlösung geschaffen bis zur Fertigstellung der Kita am Staatsarchiv, in Ottenbeck die Lebenshilfe-Kita mit Belegplätzen, sowie die Erweiterung der Kita der Elbekliniken. Zudem wurde eine Kita mit Krippe am Bildungs-Campus in Riensförde geplant.  Mit Hinblick auf den dramatischen Fachkräftemangel bei Erzieherinnen und Erziehern wurde außerdem in Stade ein Leuchtturmprojekt entwickelt, bei dem angehende Fachkräfte während ihrer (eigentlich unbezahlten) Ausbildung entlohnt werden. Gereicht haben diese Maßnahmen noch nicht, dass muss man ganz klar sagen. Dennoch sagt die SPD, hier wurde der neuen Rathausführung um Bürgermeister Sönke Hartlef (CDU) ein ordentliches Feld übergeben.

Fehlender Gestaltungswille?

Seit 2016 haben CDU, Grüne und WG die Mehrheit im Stader Rat. Seit dem letzten Jahr sitzt Sönke Hartlef (CDU) im Chefsessel des Stader Rathauses. Neue Vorstöße in Sachen Kita-Planung sind uns aus dieser Richtung jedoch nicht bekannt. Wenn man die Gestaltungsmöglichkeiten hat, reicht es unserer Meinung aber nicht aus, sich auf Anträge und Initiativen aus der letzten Wahlperiode zurückzuziehen. „Das müssen wir rechtzeitig planen“, sagt die CDU. Finden wir auch! Und jetzt wäre eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt. Wir sind jedenfalls an Lösungen interessiert. Sorgenfalten auf der Stirn allein helfen uns nicht weiter.

Die Frage am Rande sei gestattet: Wozu wollte man eigentlich die Macht im Rathaus, wenn man eh nix damit macht?